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Projekt Bernried

Regionalforum Geothermie

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Mittwoch, 24. Februar 2010

Anne Heigl erläutert den Standort
Anne Heigl erläutert den Standort

Standort für Bohrung und Kraftwerk erläutert

Breiter Konsens über Standortentscheidung

Im Regionalforum Geothermie treffen sich in monatlichem Rhythmus Vertreter von Gemeinden, Verbänden und weiterer Interessengruppen aus dem Raum Bernried, um Fragen rund um das geplante Geothermie-Heizkraftwerk Bernried zu diskutieren. Thema der Februar-Veranstaltung war die nähere Erläuterung des künftigen Bohr- und Kraftwerksstandorts „Höhenried West", der wenige Tage zuvor öffentlich bekanntgegeben worden war.

Dr. Klaus Dorsch, Geologe aus dem beratenden Büro ERDWERK in München, erklärte einleitend die Kombination vorliegender Messdaten aus früheren Seismik-Untersuchungen und Tiefenbohrungen mit neuesten Ergebnissen moderner 3-D-Seismik. Dadurch, so Dorsch, habe man ein sehr präzises Bild der Beschaffenheit des tiefen Untergrundes gewonnen und gleich mehrere mögliche Bohrzielbereiche entdeckt. Da gerade bei tiefen Bohrungen, wie in Bernried notwendig, zur Minimierung des Bohrrisikos eine starke unterirdische Ablenkung vermieden werden soll, müsse sich der Standort für Förderbohrung und Kraftwerk oberirdisch in einer vernünftigen Entfernung zu den Bohrzielen befinden.

Zwar werde die Lage eines Bohrstandorts im wesentlichen von den geologischen Daten her bestimmt, so Dorsch, trotzdem müssten in die Entscheidung auch Kriterien wie Erschließbarkeit, Landschaftsverträglichkeit, die Entfernung zur Wohnbebauung und die Nähe zu potenziellen Abnehmern einfließen. Als optimal habe sich bei Abwägung aller relevanten Kriterien der Standort „Höhenried West" herausgestellt, ein rund 1,2 Hektar großes Grundstück an der Bahnlinie Tutzing - Bernried, westlich der Klinik Höhenried.

An die Ausführungen des Geologen schloss sich eine intensive Diskussion der geologischen und bohrtechnischen Aspekte an, an deren Ende der weitaus größte Teil der Forums-Mitglieder der Überzeugung war, der Standort „Höhenried West" sei unter mehreren Alternativen der optimale Kompromiss zwischen verschiedensten Anforderungen.

Die Bewertung der oberirdischen Standortfaktoren nahm Jens Kötting von der beratenden Ingenieurgesellschaft IGEU vor. Er stellte dar, dass die Erschließung des Standorts über bereits bestehende Wege erfolgen und damit der Eingriff in die Natur sehr gering gehalten werden könne. Durch den Bahndamm im Westen und eine natürliche, rund 25 Meter hohe Erhebung im Osten sei zugleich ein sehr guter, bereits vorhandener Schallschutz gewährleistet. Dadurch müsse kein Schutzwall aufgeschüttet werden, was wiederum zusätzlichen Landschaftsverbrauch bedeutet hätte.

„Zentraler Bezugspunkt für Schallmessungen ist die Klinik Höhenried, hier bestehen die höchsten Anforderungen", so Kötting. Doch auch dies sei nach ersten Ergebnissen des Schallgutachters kein Problem: „Wir liegen an allen relevanten Messpunkten unter den Grenzwerten - und das bereits ohne Berücksichtigung der Topologie, also natürlicher Faktoren, die für zusätzlichen Schallschutz sorgen werden."

Josef Steigenberger, 1. Bürgermeister von Bernried und zusammen mit den BEG-Geschäftsführern Lutz Stahl und Anne Heigl Initiator und Gastgeber des Regionalforums, zeigte sich mit der Diskussion sehr zufrieden: „Wir haben das Regionalforum als Informations- und Diskussions-Arbeitskreis eingerichtet, in dem die wichtigen Themen rund um unser Geothermieprojekt intensiv und sachgerecht besprochen werden können. Diesen Zweck erfüllt es voll und ganz."

Gegenstand des nächsten Regionalforums im März werde der Standort für die sogenannte Reinjektionsbohrung sein, durch die das abgekühlte Thermalwasser in den tiefen Untergrund zurückgepumpt wird. Als weiteres Thema für eines der nächsten Treffen regte Steigenberger die geplante Fernwärmeversorgung in Bernried an.