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11.06.2012 | 16.00
Geothermie-Sprechstunde
Projekt Bernried
Forschungsprojekt zur Erfassung der Seismizität in der Molasse
Donnerstag, 14. Oktober 2010Zweistufiges Seismik-Messnetz geplant
Mitarbeiter des Geophysikalischen Observatoriums am Department für Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) haben auf dem Gelände der Klinik Höhenried das erste von sechs Seismometern installiert. Diese hochsensiblen Messgeräte erfassen die Seismizität, also ob, wo und in welcher Intensität es in den verschiedenen Erdschichten zu Bewegungen kommt. Die weiteren fünf Geräte werden in den nächsten Monaten in der Bernrieder Umgebung installiert. Alle Geräte sollen dauerhaft installiert bleiben.
Die Langfrist-Untersuchungen sind Teil eines Forschungsprojektes, das das Bundesumweltministerium fördert. Neben der bayerischen Molasse wird auch im Oberrheingraben und in der Hannoveraner Region erfasst, ob und gegebenenfalls wie die Nutzung tiefer Thermalwässer zu Bewegungen in den tiefen Erdschichten führen kann. Als Nebeneffekt werden die Seismometer-Daten auch belegen können, ob etwaige Ereignisse mit Geothermie-Projekten in der Umgebung in Zusammenhang stehen. Im ersten Schritt soll mit Hilfe der Geräte vor Beginn der Geothermie-Bohrungen zunächst festgestellt werden, ob es eine natürlich vorkommende Seismizität in der Bernrieder Region gibt und gegebenenfalls, wie groß diese ist.
Weitere Projektpartner sind die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie die Universitäten KIT Karlsruhe, FU Berlin und TU Clausthal. Dr. Joachim Wassermann ist einer der Projektleiter und Forscher an der LMU: "Die Daten werden kontinuierlich gesammelt und die Ergebnisse im Internet für jeden zugänglich veröffentlicht. In der bayerischen Molasse sind in den letzten 1.200 Jahren keine Schadensbeben bekannt."
BE Geothermal wird vor der Inbetriebnahme der Strom- und Wärmeerzeugungsanlage zusätzlich Schwingungsmessgeräte nach DIN 4150-3 in Gebäuden der umliegenden Ortsteile installieren. Bei einem seismischen Ereignis zeichnen diese Messgeräte die tatsächlich in den Gebäuden auftretenden Schwingungsgeschwindigkeiten auf. Dadurch lässt sich die Wirkung des Ereignisses auf Gebäude sehr genau feststellen. Insgesamt entsteht zusammen mit den Seismometern ein engmaschiges, zweistufiges Messnetz, das für die Bevölkerung ein klares Plus an Sicherheit bedeutet.

