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11.06.2012 | 16.00
Geothermie-Sprechstunde
Projekt Bernried
Geothermie am Starnberger See
Samstag, 25. August 2007Erdwärme-Kraftwerk Bernried
Die BE Geothermal GmbH ist die Projektentwicklungsgesellschaft für das Geothermie-Aufsuchungsfeld Bernried am Starnberger See südlich von München. Die im Jahr 2008 gegründete Gesellschaft projektiert und koordiniert die Errichtung eines Erdwärme-Kraftwerkes. Die BE Geothermal GmbH plant netto nach Abzug des Eigenverbrauchs etwa 55 GWh grundlastfähigen Strom aus erneuerbaren Energien jährlich ins öffentliche Netz einzuspeisen, Fernwärme an umliegende Gemeinden und Gewerbegebiete zu liefern.
Das bayerische Molassebecken
Durchbruch am 18. Januar 2007 in Unterhaching, 30 km von Bernried entfernt. Die zweite Bohrung in Unterhaching liefert bei einer Tiefe von 3.577 m eine Schüttung von über 150 Liter Thermalwasser mit 127°C pro Sekunde – ein Beweis für die Zuverlässigkeit des Molassebeckens als Energielieferant. Schon im Jahr 2004 war dort die erste Bohrung mit einer maximalen Schüttung von 150 l/s erfolgreich abgeschlossen worden. Unter dem Molassebecken liegen 140 Millionen Jahre alte Kalksteine aus der Zeit des Jura die durch damalige Umwelteinwirkungen verkarstet, d.h. porös und Wasser führend sind. Das Thermalwasser in dieser Tiefe ist kochend heiß, erhitzt durch Erdwärme aus der Entstehung unserer Erde. In Bernried befindet sich in etwa 4.500 m Tiefe diese Schicht, in der noch deutlich heißeres Thermalwasser mit etwa 150°C vermutet wird.
Das Verfahren
Durch zwei Tiefbohrungen werden für das Kraftwerk zwei Tiefbrunnen errichtet. Die Bohrungen dürften eine vertikale Tiefe von etwa 4.900m erreichen. Eine Pumpe bringt Thermalwasser in das Kraftwerk, dort wird ein sekundäres Arbeitsmedium, z.B. das niedrig siedende Pentan erhitzt. Der entstehende Dampfdruck treibt die Turbine und den damit verbundenen Generator, der Strom erzeugt. Nach der Turbine steht noch genügend Wärmeenergie für eine Fernwärme-Versorgung von Gewerbeansiedlungen und umliegenden Gemeinden zur Verfügung. Auf etwa 60°C abgekühlt wird das Thermalwasser durch eine dritte und vierte Tiefbohrung wieder in den Untergrund geleitet. Das Kraftwerk hat eine Brutto-Leistung von 9 - 11 MW, bei einer geplanten Auslastung von über 90% wird es netto nach Abzug des Eigenstromverbrauchs 55 GWh Strom pro Jahr produzieren. Ein solches Kraftwerk spart über 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr und versorgt etwa 15.000 Haushalte mit Strom.
Die Energie aus Erdwärme ist grundlastfähig, d.h. sie steht immer zur Verfügung – im Gegensatz zu Wind- oder Solarenergie. Das geologische Ingenieurbüro ERDWERK GmbH ist federführende Beratungsgesellschaft für die Exploration und für die Tiefbohrungen. Die Gemeinde Pullach südlich von München hat erfolgreich mit ERDWERK GmbH ihre geothermale Fernwärme-Versorgung realisiert.
Nahwärmeenetz Bernried und weitere Pläne
Geplant ist der Bau eines Nahwärmenetzes in der Gemeinde Bernried. Größter Abnehmer wird die Klinik Höhenried sein, die auf ihrem eignen Gelände schon ein Wärmenetz für alle Gebäude betreibt. Weitere Gemeinden, insbesondere die Gemeinde Tutzing, können angeschlossen werden.
Baubeginn Herbst 2009 geplant
Mitte 2012 soll das erste Kraftwerk ans Netz gehen. Die Erlaubnis für die gewerbliche Aufsuchung und Nutzung von Erdwärme für das Erlaubnisfeld Bernried mit über 136 km2 wurde im September 2006 der Gemeinde Bernried und Herrn Lutz K. Stahl zugesprochen.
Große Investitionssummen
Für vier Bohrungen und für das Kraftwerk werden Baukosten von etwa € 75 Millionen erwartet.

