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11.06.2012 | 16.00
Geothermie-Sprechstunde
Projekt Bernried
Der Energielieferant
Freitag, 24. August 2007Die geothermische Dublette oder Doppel-Dublette
Das Erlaubnisfeld Bernried am Starnberger See ist geologisch sehr attraktiv. Mehrere geologische Strukturbrüche durchziehen in etwa 4.000m bis 5.000m Tiefe den Untergrund. Entlang dieser Brüche können durch Tiefbohrungen Tiefbrunnen erschlossen werden, es kann sehr heißes Wasser zur Energiegewinnung gefördert werden. Das geplante Kraftwerk der BE Geothermal GmbH wird oberirdisch entlang des südlichen Strukturbruchs platziert.
Nach seismischer Auswertung, geologischer Erkundung, Erschließung des Geländes und Errichtung des Bohrplatzes wird mit den Bohrungsarbeiten für vier Tiefbrunnen begonnen. Die erste Bohrung ist eine Reinjektionsbohrung, diese wird etwa 4.400 m senkrecht in die Tiefe führen. Durch Stimulation, in der Regel durch Einbringen von Wasser oder Säuren, kann der Brunnen eröffnet werden und die Fließrate erhöht werden. Wir erwarten als Zielwert eine Fließrate / Schüttung von ca. 125 Liter pro Sekunde bei einer Thermalwassertemperatur von 150°C pro Bohrung.
Der Bohrturm wird danach auf eine andere Bohrstelle versetzt, um mit den Arbeiten für eine zweite, nach Süden abgelenkte Förderbohrung beginnen zu können. Die Bohrtiefe für die Förderbohrung beträgt etwa 4.900 m. Mit vier Bohrungen entsteht eine sogenannte Doppel-Dublette, ein System, bei dem heißes Thermalwasser durch Tiefpumpen über zwei Förderbohrungen an die Oberfläche gefördert wird, welches nach der Nutzung zur Strom- und Wärmeproduktion abgekühlt wieder über zwei Reinjektionsbohrungen in die Wasser führende Gesteinsschicht versickert, bzw. verpresst wird. Damit wird der hydrostatische Druck im Reservoir erhalten, das Thermalwasser strömt ganz langsam wieder zurück zu den Förderbohrungen und kann erhitzt wieder genutzt werden
Bei einer Abkühlung des Thermalwassers auf 60°C liefert die geplante geothermische Doppel-Dublette eine Gesamt - Wärmeleistung von 60MW bis 80MW. Genug Energie für Stromeinspeisung in das allgemeine Netz und Wärme für die Klinik Höhenried und etwa 4.000 Haushalte.
Die Dauer der Wärmenutzung kann mit Computersimulation geschätzt werden. Für die Stromproduktion kann man von etwa 100 Jahren wirtschaftlicher Nutzung ausgehen, für die Fernwärmegewinnung, die ein niedrigeres Temperaturniveau benötigt, dürfte die Nutzungsdauer über 100 Jahre liegen.

