Geothermie

Pullach, Grünwald und München planen gemeinsame Erkundungskampagne

21. September 2017

Pullacher IEP hat Ausschreibung für seismische Untersuchungen gestartet

Auswertung seismischer Daten
Auswertung seismischer Daten
 

Die Geothermiegesellschaft IEP, die seit 2005 immer mehr Kunden in Pullach mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt, erhielt vor kurzem die Bewilligung, in einem rund 80 Quadratkilometer großen Gebiet südlich von Pullach Erdwärme aufzusuchen. Zusammen mit den Partnern Erdwärme Grünwald und den Stadtwerken München will man dort im Winter mit seismischen Messungen den tiefen Untergrund untersuchen.

Im Zentrum des Interesses steht das Gebiet südlich von Grünwald und Pullach und der Linie Schäftlarn und Straßlach-Dingharting. Um durch die seismischen Messungen ein möglichst genaues Bild des tiefen Untergrunds in diesem Kerngebiet zu erhalten, ist eine Messkampagne in einem größeren Areal notwendig, das im Westen bis zur Garmischer Autobahn und im Osten auch Teile von Oberhaching umfasst. Für diese Arbeiten hat die IEP eine europaweite Ausschreibung gestartet. Finanziell beteiligen werden sich an den seismischen Messungen die Erdwärme Grünwald GmbH der Gemeinde Grünwald und die SWM Services GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke München. Beide werden deshalb auch die zu ermittelnden geologischen Daten zur Auswertung erhalten.

Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl sieht die Kooperation mit der Nachbargemeinde positiv: „Sowohl Pullach als auch Grünwald sind seit Jahren erfolgreich beim Umstieg auf regenerative Energien und in der Entwicklung ihrer Geothermieprojekte. Da liegt es nahe, dass man Messungen, die ohnehin gemeindeübergreifend stattfinden müssen, auch gemeinsam durchführt."

Vorteile in der Kooperation sieht auch der technische Geschäftsführer der SWM, Helge-Uve Braun: „Bis 2040 soll München die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Um dieses große Ziel zu erreichen, freuen wir uns natürlich über Partner aus der Region, die unsere Vision teilen und auch selbst sehr gute Erfolge vorzuweisen haben."

Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund hebt vor allem die ökologischen Aspekte der Geothermie hervor: „In Südbayern sind wir in der glücklichen Lage, mit der Geothermie einen riesigen Bodenschatz unter unseren Füßen zu haben. Diese natürliche Ressource zu nutzen ist ein wesentlicher Beitrag zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und damit zum Klimaschutz. Es lag deshalb nahe, dass die Gemeinde Pullach dieses Geschenk von Mutter Natur direkt vor ihrer Haustüre weiter erforscht."

Seismik-Kampagnen wurden in der Umgebung Münchens in den vergangenen Jahren mehrfach durchgeführt, unter anderem durch die Stadtwerke München – erstmals auch im Stadtgebiet selbst – und durch die IEP als Messprogramm für die letztlich im Frühjahr 2011 erfolgreich durchgeführte dritte Bohrung. Der Zuschlag im Rahmen der bereits im Sommer gestarteten Ausschreibung soll im Laufe des Oktobers erteilt werden, die eigentliche Messkampagne könnte dann in der dafür günstigsten Zeit – dem vegetationsfreien Winter – durchgeführt werden.

IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold: „Die Gemeinde Pullach wie auch die beteiligten Partner verfolgen schon seit längerem den Weg eines möglichst weitgehenden Umstiegs auf Erneuerbare Energien. Um diese Richtung erfolgreich weitergehen zu können und auch wirtschaftlich einen großen Schritt nach vorne zu machen, ist es für Pullach perfekt, dass mit dieser Aufsuchung die Bergrechte für Geothermie erweitert werden können."

Quelle: IEP