Geothermie

Geothermiebohrung Geretsried: Kernarbeiten abgeschlossen

03. September 2017

Untersuchungen von Bohrkernen durch das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Untersuchung von Bohrkernmaterial
Untersuchung von Bohrkernmaterial
 

Über eine Strecke von rund 370 m wurden bei den aktuellen Bohrarbeiten für das Geothermieprojekt in Geretsried sequenzweise Bohrkerne gewonnen. Dabei wurde stark zerschertes Gebirge mit teils verheilten teils offenen Klüften angetroffen. Die Kerne liefern neben einer Vielzahl struktureller Informationen außerdem detaillierte Hinweise von unterschiedlichen Ablagerungssystemen zu Zeiten des Oberen Jura. Die Kalke sind teilweise stark komponenten- und fossilhaltig, in einigen Sequenzen aber auch sehr arm an Komponenten. Immer wieder wurden Harnischflächen gekernt: Scherflächen mit Schleifspuren in Bewegungsrichtung. Darüber hinaus sind unterschiedliche, stellenweise sehr poröse Stylolithengenerationen zu erkennen.

Das sequenzweise Kernen wurde bereits im Vorfeld geplant, weil in der Störungszone mit Kernklemmern zu rechnen war. Diese Methodik hat sich bewährt, so dass nun Proben nach Abschluss des Bohrkernens zur Verfügung stehen, um an unterschiedlicher Fazies und an verschiedenem strukturellem Inventar sedimentologische, petrophysikalische und geomechanische Tests durchzuführen. Bereits vorort konnte die TU München erfolgreich felsmechanische Messungen vornehmen.

Quelle: LIAG