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Projekt Bernried

Viertes Regionalforum Geothermie

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Dienstag, 30. März 2010

Umweltfreundliche Stromerzeugung - 74.000 Tonnen CO2 weniger pro Jahr!

Zu einer festen Institution, die sich ungebrochener Aufmerksamkeit erfreut, ist das Bernrieder "Regionalforum Geothermie" geworden. In diesem Kreis treffen sich Vertreter von Gemeinden, Verbänden und verschiedener Interessengruppen aus dem Raum Bernried, um Fragen rund um das geplante Geothermie-Heizkraftwerk Bernried zu diskutieren. Thema der von Bürgermeister Josef Steigenberger moderierten Sitzung im März war die Stromerzeugung aus Geothermie, präsentiert von Lutz Stahl (BE Geothermal) und Jens Kötting (Ingenieurbüro IGEU).

Referat über umweltfreundliche Stromerzeugung: Jens Kötting und Lutz Stahl (v. l.)
Referat über umweltfreundliche Stromerzeugung: Jens Kötting und Lutz Stahl (v. l.)

Am Standort "Höhenried West", der zugleich Ausgangspunkt der beiden Förderbohrungen sein wird, entsteht ab 2011 ein Heizkraftwerk, das neben Fernwärme rund 55.000 Megawattstunden Strom erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen wird. Stahl wies in seinem Vortrag darauf hin, dass Geothermie - im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien wie Solar- und Windkraft - grundlastfähig ist, das heißt, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr in gleicher Menge zur Verfügung steht. Damit eignet sich Geothermie in besonderer Weise zum Ersatz anderer grundlastfähiger Energieträger wie z. B. Kohle, Erdgas, Öl und Kernenergie. Diese haben noch immer einen Anteil von rund 80 Prozent an der Stromerzeugung, werden aber in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein oder sind aus Umweltschutzgründen bedenklich.

Anhand von Zeichnungen und Bildern bereits bestehender Geothermie-Heizkraftwerke erklärten Stahl und Kötting die Funktion der geplanten Anlage. Durch ein ausgeklügeltes System von Wärmetauschern wird es möglich sein, neben Strom auch rund 22.000 Megawattstunden Wärme zu erzeugen und über ein Fernwärmenetz der Gemeinde Bernried und dem südlichen Teil Tutzings zur Verfügung zu stellen. Strom- und Wärmeproduktion aus der geplanten Anlage in Bernried werden zu einer Einsparung von 74.000 Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 jährlich führen.

In der Diskussion standen verständlicherweise Fragen des Umweltschutzes im Vordergrund. Jens Kötting nahm zum Thema Schallschutz Stellung und gab bekannt, dass das derzeit laufende Schallschutzgutachten für jeden zu betrachtenden Punkt auf eine deutliche Unterschreitung der zulässigen Grenzwerte hindeute, auch z. B. für die Klinik Höhenried, die besonders zu beachten sei. Unabhängig von rechtlich zulässigen Grenzen sei es natürlich Ziel, die Geräuschentwicklung so weit wie möglich zu minimieren.

Landschaftsarchitekt Joseph Wurm berichtete über die Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit für den bereits bekannten Standort "Höhenried West" und für den noch festzulegenden Reinjektionsstandort. Durch den strengen Winter mit lang anhaltender geschlossener Schneedecke hätten die Arbeiten erst später als geplant beginnen können, würden aber nichtsdestoweniger sorgfältig und mit der notwendigen Zeitdauer durchgeführt. Den Vorrang von Sorgfalt und umfassenden Untersuchungen und Prüfungen bestätigte Lutz Stahl auch im Hinblick auf den Gesamt-Zeitplan: "Auch wenn im Einzelfall bisher genannte Termine nicht eingehalten werden könnten - Sicherheit, Umweltschutz und ein ordnungsgemäßes Genehmigungsverfahren haben Priorität!"